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Generative KI

Sie haben wahrscheinlich schon von ChatGPT und KI gehört oder nutzen beides bereits intensiv, möchten aber besser verstehen, wie Sie damit arbeiten können. Dann ist dieser Artikel für Sie.

Es gibt ein paar Dinge, die Sie über textgenerierende KI-Systeme wie ChatGPT wissen sollten, wenn Sie sie sinnvoll einsetzen möchten. Im Kern ist diese Art von KI eine Vorhersagemaschine. Auf der untersten Ebene sagt sie voraus, was als Nächstes kommen sollte. Wenn sie zum Beispiel einen Satz für Sie schreibt, betrachtet sie den bisherigen Text, greift auf Muster aus den Daten zurück, die sie im Training gesehen hat, und sagt das nächste Wort anhand von Wahrscheinlichkeiten voraus.

Die grundlegende Einheit dafür heißt Token. Ein Sprachmodell sagt den nächsten Token voraus, dann den nächsten, und so weiter.

Vorhersage des nächsten Tokens: Der unvollständige Satz „The cat sat on the“ fließt in eine KI-Vorhersagemaschine, die nach Wahrscheinlichkeit sortierte Kandidaten für das nächste Wort ausgibt — „mat“ als das wahrscheinlichste gewählt — und veranschaulicht, dass generative KI Text Token für Token aufbaut

Weil es vorhersagt, statt Antworten in einer Datenbank nachzuschlagen, erzeugt ein Sprachmodell normalerweise neue Textkombinationen, anstatt gespeicherte Informationen einfach abzurufen. Allerdings können Modelle manchmal im Training memorierten Text reproduzieren; „neu“ ist also nicht garantiert.

Ein separates Problem sind Halluzinationen: Ein Modell erzeugt selbstbewusst etwas, das plausibel klingt, aber falsch oder nicht belegt ist. Das ist wichtig, weil derselbe Mechanismus, der KI für kreative Arbeit nützlich macht, auch bedeutet, dass Sie faktische Aussagen überprüfen sollten.

Ein weiterer Punkt: KI ist immer noch ein Stück weit eine Blackbox. Wir verstehen nicht vollständig, wie sie erzeugt, was sie erzeugt, welche Entscheidungen sie trifft und warum, auch wenn die Interpretierbarkeitsforschung Fortschritte macht. Im Alltag sehen wir vor allem, was sie auf unsere Eingaben hin ausgibt.

Damit kommen wir zum nächsten wichtigen Konzept bei der Arbeit mit KI: dem Prompt. Die Fragen, die Sie stellen, und die Anweisungen, die Sie formulieren, nennt man Prompts. Zu wissen, wie man diese Prompts schreibt, ist der Schlüssel, um mehr aus KI herauszuholen.

Was macht nun einen guten Prompt aus? Das ist ein eigenes Forschungsfeld, und die Best Practices entwickeln sich weiter. Klar ist aber: KI kann sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern, je nachdem, welche Formulierung, Struktur, welches Format und welchen Kontext Sie vorgeben. Seltsame Effekte wie emotionales Framing oder das Versprechen einer Belohnung können Ergebnisse in manchen Fällen beeinflussen, sind aber kein verlässlicher Weg zu mehr Genauigkeit. Klarer Kontext, klare Einschränkungen und ein natürlicher Gesprächsstil sind meistens hilfreicher.

Nachdem Sie nun die Grundlagen kennen, schauen wir uns ein Beispiel an. Stellen Sie sich vor, Sie möchten unordentliche Besprechungsnotizen in eine klare Follow-up-E-Mail verwandeln. So könnten Sie zum Beispiel mit ChatGPT arbeiten.

Schritt 1: Wenn Sie einen neuen Chat in ChatGPT oder einem anderen KI-Assistenten starten, geben Sie ihm zuerst eine Rolle.

# WER DU BIST
Du bist ein klarer und praktischer Schreibassistent, der grobe Notizen in nützliche Geschäftskommunikation verwandelt.

Schritt 2: Geben Sie dem Assistenten eine Aufgabe. Beschreiben Sie, was er tun soll.

# WAS DU TUST
Du hilfst mir, grobe Besprechungsnotizen in eine knappe Follow-up-E-Mail zu verwandeln.
Du stellst klärende Fragen, wenn eine wichtige Information fehlt.

Schritt 3: Geben Sie Einschränkungen vor. Solche Grenzen machen das Ergebnis meist nützlicher.

# EINSCHRÄNKUNGEN
Halte den Ton freundlich, professionell und direkt.
Erfinde keine Fakten. Wenn etwas unklar ist, markiere es als Annahme.
Halte die E-Mail unter 180 Wörtern.

Schritt 4: Geben Sie dem Assistenten eine weitere Aufgabe.

# WAS ALS NÄCHSTES ZU TUN IST
Erstelle nach der E-Mail eine Aktionsliste mit:
- Aufgabe: was erledigt werden muss.
- Verantwortliche Person: wer zuständig ist, falls die Notizen das sagen.
- Frist: wann es fällig ist, falls die Notizen eine Frist enthalten.
- Priorität: niedrig, mittel oder hoch.
- offene Fragen: alles, was noch geklärt werden muss.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Sie mit ChatGPT arbeiten können, um bessere Ergebnisse zu bekommen.

Ich hoffe, dieser Artikel hat Ihnen gefallen. Mir hat das Schreiben Spaß gemacht. Im nächsten Beitrag tauche ich tiefer in KI-Agenten ein: was sie sind und was sie können.

Bis dahin,
Stefan